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Letzte Aktualisierung : 21.03.2011       


Schweizer Turmdrehkrane - in alphabetischer Reihenfolge
Von Pius Meyer (Text und Bilder) und Andreas Bruderer (Realisierung und Bilder)


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Anfang des letzten Jahrhunderts, lösten die neu aufkommenden Turmdrehkrane die bis dahin bekannten Aufzüge, Tretkrane, Flaschenzüge, etc., ab.
Anfänglich vor allem für grössere Projekte, wurden Turmdrehkrane eingesetzt.
Als Ergänzung zu den hauptsächlich aus Deutschland (Wolff, Peschke, Kaiser, Sonthofen), Frankreich und Italien (Loro Parisini) stammenden Geräte wurden auch Krane aus Schweizer Produktion eingesetzt. Marktbeherrschend blieben aber ausländische Geräte.

Wir möchten in der nachfolgenden Zusammenstellung trotzdem näher auf die Schweizer Krane eingehen, da doch sehr interessante und auch spezielle Konstruktionen darunter sind. Diese Aufstellung soll einen groben Überblick geben und ist sicher keineswegs vollständig. Wer noch weiteres Wissen über die in der Schweiz hergestellten Turmdrehkrane hat, soll sich doch bitte bei uns melden.

Schweizer Baumaschinenmesse in Bern 1951. Ausgestellt war nur noch ein Kran aus Schweizer Produktion, der Brun MTK.


Neubau der Schweizerischen Nationalbank in Zürich 1921


Brun + Cie AG, Nebikon



Die 1872 als Maschinenfabrik gegründete Firma spezialisierte sich schon bald auf den Bau von Hebezeugen. Hallen-, Lauf- und Turmdrehkrane gehörten zum Fertigungsprogramm.

Mit den Eigenfabrikaten konnte Anfang des letzten Jahrhunderts in der Schweiz auf Anhieb ein grosser Marktanteil gewonnen werden. Ausserdem wurde während den Kriegsjahren der Lieferengpass der Deutschen Hersteller ausgenutzt.

Lange waren die Brun Turmdrehkrane, neben den Wolff Kranen, die dominierenden Geräte auf den grösseren Schweizer Baustellen. Das grösste Modell, „Zschokke“ genannt nach dem Auftraggeber der Baufirma Zschokke, wurde 1939 ausgeliefert. Die max. Ausladung beträgt 20 m, die Traglast hierbei liegt bei 2.5 t. Die max. Traglast liegt bei beachtlichen 5 t. Dieser Kran war geradezu prädestiniert für die damals anfallenden grossen Infrastruktur Bauaufgaben, wie Kraftwerksbauten etc. Auf den kleineren Baustellen kamen die beliebten Brun Kleinkrane zum Einsatz. Diese mit Rohrmast ausgerüsteten Krane konnten sowohl mit Elektromotor als auch mit Verbrennungsmotor angetrieben werden. Die max. Tragkraft lag bei 1.5 t. Diese Modelle wurden sowohl im Hoch- als auch im Tiefbau eingesetzt.

Auf die 1. Baumaschinenmesse 1951in Bern, entwickelte die Firma Brun ein komplett neues Turmdrehkranmodell, einen so genannten Mittelturmdrehkran. Das erste Modell trägt die Bezeichnung MTK 16. Der Kran hat eine maximale Ausladung von 16 m und trägt dabei noch 850 kg. Der aus Rohrprofilen konstruierte und formschöne Biegebalkenausleger, kann über eine schneckengetriebene Gliederkette verstellt werden. Durch eine raffinierte Seileinscherung bleibt der Lasthaken beim Verstellen des Auslegers horizontal. Der Brun MTK Kran dürfte der Erste seiner Art gewesen sein, welcher über einen horizontalen Lastweg verfügte.

Alle Brun Krane sind von sehr robuster Konstruktion und waren bereits mit Endschaltern und Überlastsicherungen ausgerüstet. Gem. Brun Werbung von 1954 konnte Brun auch MTK Krane nach Grossbritannien exportieren. Dort wurden die Krane wegen der sprichwörtlichen Qualität sogar als „Rolls Royce“ unter den Kranen bezeichnet. Das Nachfolgemodell, der MTK 18, welcher Mitte der fünfziger Jahre auf den Markt kam, hatte bereits 18 m Ausladung und trägt dabei noch 1 t, die max. Tragkraft liegt bei 3 t.

Mitte der fünfziger Jahre konnte auch die Generalvertretung der Peiner Schrauben – und Maschinenwerke aus Peine übernommen werden. Deren Turmdrehkranprogramm fand schnell grossen Anklang in der Schweiz. Deshalb  wurde der eigene Turmdrehkranbau sukzessive eingestellt und nur noch Hallen, Industrie - und Laufkrane produziert. Bis Ende der siebziger Jahre blieb die Peiner Vertretung bei Brun.

Einer der letzten von Brun ausgelieferten Peiner Krane war gleichzeitig der Grösste, es war der gewaltige MK 1250 für den Bau des AKW‘s in Leibstadt. Den durch die Ölkrise verursachten Konjunktureinbruch überlebte das Traditionsunternehmen aus Nebikon leider nicht und musste die Geschäftstätigkeiten einstellen. Es wurden verschiedene Nachfolgefirmen gegründet, diese spezialisierten sich jedoch nur noch auf Hallen- und Laufkrane.




Kleinkrane Typ B 12/ B 15, ca. 1954
Tragkraft: 750 kg bei 1,6 m Ausladung

Mit diesen Kranen wurden die so genannten "Japaner" (Betonkippkarren) zum Betonieren auf die Neubaudecke gezogen.
Ein B12 / B15 war bei jedem Häuschenbau damals dabei!


Brun Kleinkran mit verlängertem Mast.


Turmdrehkrane Typ TKB, Baujahr ca. 1925
Tragkraft: 700 kg bei 15,0 m und 3000 kg @ 5,3 m
Der abgebildete TKB ist vermutlich ein Kaiser Lizenz Nachbau.

Ein solcher Kran stand bis im Mai 2003 in einer Sägerei in Sisikon (Schweiz).
Der Kran stand bei der Firma Wyrsch über 40 Jahre im Gebrauch!.
Er Kran wurde 1960 als Occasion gekauft.


Der Kran wurde an Ort demontiert und zerlegt und nach Rüdersdorf (Deutschland) transportiert.

 
Demontage des Brun TBK durch einen Saturn Autokran.
Der Kran wurde an Ort demontiert und zerlegt
und nach Rüdersdorf (Deutschland) transportiert.
Er wird im Aufbau begriffenen Museumspark einen Ehrenplatz erhalten.

Herzlichen Dank an die Fam. Wyrsch für die Unterstützung für das Museumsprojekt


Brun Kran Modell „Zschokke“, rechts im Bild.
Links ist ein Wolff Kran Form 45 zu sehen.
Diese beiden Hersteller dominierten damals die Grossbaustellen in der Schweiz.


Modell Zschokke um ca. 1939
Tragkraft : 2'500 kg bei 20,0 m und 5'000 kg bei 10,0 m

.
Kraftwerk Grossbaustelle Rupperswil, 1944, Bauunternehmer Zschokke
Tragkraft: 1'500 kg bei 20,0 m und 4'000 kg bei 8,00 m
Max Ausladung 20 m, 3 Motoren, Turmdrehkran, ca. 1944


MTK 16 (Mittelturmdrehkran) ca. 1951
Tragkraft: 850 kg bei 16,0 m und 2'000 kg bei 6,0 m

Der Kran wurde auf der ersten Baumaschinenmesse 1951 in Bern vorgestellt.
Dieser Kran steht heute im Baumaschinenmuseum.
Im Bild steht er noch in einer Sägerei,
 wo er vom Baumaschinenmuseum demontiert und abtransportiert wurde.


Brun Mitteltrumdrehkran MTK 18.
Formschöne Konstruktion mit Biegebalkenausleger.



Brun Kran im Werksareal der Firma Brun in Nebikon (CH). Foto 1997 P. Meyer.


Cobra Crane, Firma Yerly, Domdidier
Endlich ein neuer Stern am Schweizer Kranhimmel! Die Fa. Yerly in Domdidier Kanton Fribourg, in der Nähe des historischen Städtchens Avenches am Murtensee gelegen, hat in Zusammenarbeit mit der Ingenieurschule in Fribourg, das etwas in Vergessenheit geratene System des "Klappmesserkrans" neu lanciert. Dieses System wurde mit Erfolg vor allem von Tornborgs und auch von BKT angewandt und hat den grossen Vorteil, dass Hindernissen im Schwenkbereich ausgewichen werden kann. Neu dürfte am Cobra System die grosse Ausladung von 47 m sein, die Tragkraft hierbei beträgt noch beachtliche 5.64 t und dass dieses System zwei Auslegervarianten, nämlich als Klappkran und als oben drehender Luffer in sich vereinigt! Durch die Klappverstellung hat der Lasthaken einen horizontalen Lastweg und die Verstellgeschwindigkeit von 60 m/min ist relativ hoch. Der Gegenballast hat einen automatischen Momentausgleich, über eine Seileinscherung vom Ausleger bis zum Kontergewicht, welches sich auf der runden Gegenauslegerlaufbahn auf und ab bewegt. Beim Prototyp kommen als Turmelemente verstärkte Monobloc - Türme von Weitz Kranen zum Einsatz. Dieses neue Kransystem wurde bereits zum Patent angemeldet. Die Krandaten sind folgende: Ausladung 2 - 20 m, Tragkraft 12 t, Ausladung 47 m, Tragkraft 5.6 t. Die Ausführung als Wippausleger ist optional erhältlich und benötigt einen zusätzlichen 22 kW starken Antrieb. Die max. Hubhöhe beträgt rund 80 m mit dem Wippauslegersystem. Als Hubwerk kommt ein 45 kW starker Antrieb zum Einsatz, mit max. Hubgeschwindigkeit von 120 m/min.
Ein sehr interessanter Kran, leider ist noch nichts über den Produktionsstandort und einen allfälligen Baustelleneinsatz bekannt.


Gesamtansicht Cobra Kran in Domdidier (CH). Foto P. Meyer.


Detailansicht Drehbereich. Foto P. Meyer.


Condecta AG, Winterthur
Die Firma Condecta darf zu den Schweizer Kranherstellern gezählt werden, obwohl die Fertigung der Krane, nach Spezifikationen von Condecta, in Norditalien erfolgt. Das 1959 gegründete Unternehmen vertrieb zuerst die belgischen Schnellmontagekrane von Arcomet. Später kamen die italienischen Astom Schnellmontagekrane ins Programm. 1980 gelang dem Unternehmen mit der Präsentation der Euro Schnellmontagekranbaureihe der grosse Erfolg. Diese Krane werden im eigenen Werk in Norditalien produziert. Die Bauart mit Polygonelementen ermöglicht eine geringe Transporthöhe und gibt dieser Baureihe ihr typisches und unverwechselbares Aussehen. Als Korrosionsschutz wurde die dauerhafte Feuerverzinkung gewählt. In den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts, wurde Condecta mit der Euro Baureihe zum Marktleader bei den Schnellmontagekranen in der Schweiz. Auch im angrenzenden Ausland sind die Condecta Krane vertreten. Ausserdem gehören kleinere Obendreher zum Lieferprogramm.
Die Firma gehört seit 2004 zu der Schweizer Looser Holding AG.


Condecta Schnellmontagekran mit verkürztem Ausleger beim Abbruch des alten Stellwerkes im Bahnhof Spiez. Foto A. Bruderer.


Condecta Schnellmontagekran der Euro Baureihe mit Polygonelementen auf dem Gornergrat auf ca. 3100 M. ü. M. oberhalb von Zermatt. Foto A. Bruderer


Condecta Kompaktkran 4513 (45 m Ausaldung, 1300 kg Tragkraft). Auch bei den Obendrehern wurde die Polygonbauweise angewandt. Foto Condecta.


Condecta Obendreher der neuen Generation, ausgeführt ohne Spitze. Foto P. Meyer.


F. Grüring-Dutoit Söhne & Cie, Biel
Bereits 1916 stellte die Schweizer Konstruktionswerkstätte Grüring- Dutoit aus Biel einen fahrbaren Einmotorenlaufkatzkran her. Die Firma darf als Pionier des Baukrans mit Laufkatzenausleger bezeichnet werden. Der Katzausleger mit Gegenausleger drehte über ein Königslager ganz oben am starren Turm. Der Kran hatte eine Ausladung von 16.0 m und hierbei noch eine beachtliche Tragkraft von noch 3000 kg. Die maximale Tragkraft lag bei 6000 kg bis 9 m Ausladung, was ein Lastmoment von 54 mt ergab. Diese durch Schweizer Patent geschützte Konstruktion war seiner Zeit weit voraus. Die Silhouette erinnert an die heute üblichen Laufkatzkrane mit Gegenausleger. Der Kranfuss war als Portal ausgeführt. Aus dem über dem Portal befindlichen Maschinenhaus wurde der Kran gesteuert. Der Kranturm konnte bereits elementweise bis 30 m Hakenhöhe erhöht werden. Die Montage erfolgte noch mit einem hölzernen Hilfsgerüst und war aufwendig. Solche Krane wurden zur Erstellung der technischen Hochschule in Zürich um 1916 verwendet.


Grüring-Dutoit Kran bei Bau der technischen Hochschule in Zürich um 1919.


2 Grüring- Dutoit Krane 1916 beim Bau der technischen Hochschule in Zürich.
Der Kran ist zur Bedienung des runden Baus mit einer kreisrunden Schienenfahrbahn ausgerüstet.


Habegger AG, Thun
Die vor allem als Seilbahnhersteller bekannte Firma Habegger in Thun, versuchte sich Anfang der siebzigerr Jahre auch als Turmdrehkranproduzent.
Vor allem das Modell Form 20, mit einer Ausladung von 20 m, war bei kleinen Bauvorhaben sehr beliebt.
Diese Produkte wurden über die bekannte Firma Robert Aebi AG vertrieben, welche zur Von Roll Gruppe gehörte.


Hublastdiagramm Form 20


Habegger Form 20


Habeger Form 20, vor der Rigi, im Sommer 1980


Habegger Form 40, Ausladung 28.0 m, Tragkraft hierbei 1300 kg, max. 3300 kg, Hakenhöhen 20.0 und 25.0 m


Huggler, Suhr, Baumaschinenfabrik
Die Firma mit Sitz im aargauischen Suhr fabrizierte seit den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts eigene Schnellmontagekrane. Der Typ Huggler H18 und H20 erinnerte an die ersten Pingon Schnellmontagekrane und könnte ev. ein Lizenznachbau sein. Der H 20 hat eine maximale Ausladung von 20 m und eine Tragkraft von 1400 – 650 kg. Die max. Hakenhöhe mit horizontalem Ausleger beträgt 18.3 m. 1969 wurde der Huggler H 25 präsentiert, welcher in seinem Erscheinungsbild mit den beweglichen Böcken an die König – oder Wetzelkrane  seiner Zeit erinnert.  Die maximale Ausladung beträgt 25 m mit einer Tragkraft von 3000 – 1320 kg. Bereits damals wurde die dauerhafte Feuerverzinkung als Oberflächenschutz gewählt. Ab ca. 1979 entstand eine neue Typenreihe von Schnellmontagekranen der Typen H 2512, H 2810 und H 3075. Diese Krane wurden von Gru MM in Italien nach Spezifikationen von Huggler gebaut und verfügten für die damalige Zeit über eine moderne, schnelle Montage. Von Mitte der achtziger Jahre bis Ende der neunziger Jahre wurde die eigene Typenreihe H2812 – H 4012 gebaut. Diese Krane verfügten über Auslegerluftmontage und Kabinenliftsystem. Produziert wurden die Huggler Krane nach Vorgabe dieser Firma grösstenteils im nahen Ausland. Nachdem sich der Eigenbau nicht mehr lohnte, wurde auf die Produktion verzichtet und nur noch der Handel und Service mit Kranen weiter betrieben.
Die Firma hat grosse Erfahrung mit Handelsprodukten, es wurden u. A. folgende Fabrikate vertrieben: Pingon, Gru MM, Simma, Peiner, Peiner Omac, Fergru, San Marco, Comedil. Teilweise wurden diese Krane unter der Bezeichnung Huggler verkauft. Heute führt die Firma Huggler das Terex und König Kranprogramm.


Huggler H 18 links und Huggler H 25 rechts, die ersten Huggler Krane


Huggler  H 2810.
Diese Krane entstanden Ende der siebziger Jahre und wurden in Italien
bei Gru MM produziert. Foto Zsolt Czimbuli.



Huggler H 3312 als Vertreter der  letzten Serie
 von eigenen Schnellmontagekranen.
Foto Pascal Kaufmann.


Maxima Kleinkrane, Vertreter Baumaschinen AG, Zürich
Diese Firma produzierte das Maxima Kleinkranprogramm.
Später als die Turmdrehkrane aufkamen, wurde die eigene Fertigung eingestellt und die Produkte "MBF Wetzel" aus Deutschland, Peingon - Somalev aus Frankreich, Cadillon aus Frankreich, sowie Künz aus Österreich vertrieben.
Heute Vertretung von Arcomet - und Peiner Kranen.




Maxima Kleinkran komplett in Lengnau. Foto P. Meyer


RACO - Robert Aebi AG, Zürich - Regensdorf
Die mit der Vertretung der bekannten Pionierkrane Wolff, bereits sehr erfolgreiche Firma, produzierte daneben Kleinkrane unter dem Namen RACO. Später Beschränkung auf die Wolff, Schwing, Wetzel, AZO, Habegger, San Marco und Raimondi Kranvertretung.
Ende der neunziger Jahre Aufteilung der Robert Aebi AG und des Von Roll Konzerns. Von Roll produzierte in den Kriegsjahren auch den bekannten Wolff Form 30 in Lizenz. Gründung der Wolffkran Schweiz AG, eine Tochter der MAN Wolffkran in Heilbronn.






Stirnimann AG, Olten
Nachdem Franz Stirnimann 10 Jahre als Reisechef bei der Bauwerkzeug-, Ketten- und Hebezeugfabrik Brun & Cie. in Nebikon gearbeitet hatte, entschloss er sich dank der steigenden Nachfrage nach Baumaschinen und Feldbahnzubehör, 1915 eine eigene Firma für Baumaschinen zu gründen. Diese war zuerst beim Bahnhof Olten Hammer angesiedelt. 1927 konnte ein Areal der Altmatte mit Gleisanschluss erworben werden und es wurden Räumlichkeiten für Werkstatt, Lager, Büro und Wohnen errichtet. Dank Landreserven konnte der Betrieb mit dem Bedarf wachsen. Von Anfang an wurden durch Stirnimann auch Hebezeuge und Turmdrehkrane vertrieben und teilweise auch selber hergestellt. Franz Stirnimann erreichte bald eine Zusammenarbeit mit dem renommierten Deutschen Kranbauunternehmen Carl Peschke aus Zweibrücken. Dadurch konnte sich Stirnimann einen festen Platz unter den Krananbietern in der Schweiz schaffen. Während den Kriegsjahren des zweiten Weltkrieges konnten keine Deutschen Krane mehr importiert werden. Stirnimann konstruierte kurzerhand einen eigenen Kran, den ST 26. Der als Mitteldreher ausgeführte Kran verfügt über ein Portal, auf welchen das drehbare Maschinenhaus aufgebaut ist. Das Kranoberteil mit Gegenausleger dreht sich auf der mittleren Ebene und ist auf das Maschinenhaus aufgebaut. Die Drehverbindung erfolgt über einen Königszapfen und Druckrollen. Das Führerhaus ist vorne am Turm angebaut und kann in der Höhe verstellt werden. Die maximale Ausladung beträgt damals beachtliche 26 m mit einer Tragkraft hierbei von noch 1200 kg, max. konnten 4000 kg bis zu einer Ausladung von 7.5 m gehoben werden. Die Fertigung des Stahlbaus erfolgte teilweise bei einem ortsansässigen Stahlbauunternehmen. Auf der Basis dieses Krans wurde auch ein ungewöhnlicher Kran entwickelt, der Attraktionskran „lueg is Land“ für die Landesausstellung 1939 in Zürich. An der Stelle des Gegenauslegers wurde ein zweiter Ausleger montiert. An beiden Auslegern wurde eine vergitterte runde Gondel montiert, mit welchen die Zuschauer in die Höhe gehievt werden konnten. Der Antrieb erfolgte mit einer Schindler Liftmaschine. Diese einmalige Konstruktion wurde nach verschiedenen Einsätzen in der Schweiz, so auch an der MUBA in Basel, nach Amerika verkauft und dort noch einige Zeit in einem Vergnügungspark eingesetzt, dann verliert sich leider die Spur.
Anfang der fünfziger Jahre lernte Franz Stirnimann den Schwäbischen Kranpionier Hans Liebherr aus Kirchdorf an der Iller kennen. Es konnte eine Zusammenarbeit vereinbart werden und schon an der ersten Schweizer Baumaschinenmesse 1951 in Bern, konnte Stirnimann das komplette Programm des Deutschen Herstellers ausstellen. Noch heute wird gemunkelt, dass Franz Stirnimann, dem damals noch jungen Unternehmen von Hans Liebherr, finanziell unter die Arme gegriffen habe und so mitgeholfen habe, die einmalige Erfolgsgeschichte von Hans Liebherr zu ermöglichen. Ob das stimmt oder nicht, kann nicht mit Sicherheit nachvollzogen werden. Sicher ist auf jeden Fall, dass Franz Stirnimann sehr grossen Erfolg als Generalvertreter von Liebherr in der Schweiz hatte und unzählige Liebherr Krane in der Schweiz absetzen konnte. Anfang der sechziger Jahre verliess der Schwiegersohn von Franz Stirnimann, Ernst Sommer, die  Firma und gründete mit Partnern die Firma CRANAG in Rothrist, an welcher sich auch die Firma Liebherr beteiligte. Stirnimann verlor dadurch die Vertretung der Liebherr Krane. Als vollwertiger Ersatz konnte das Programm der Firma Richier Weitz aus Lyon in das Angebot aufgenommen werden. Die formschönen und modernen Laufkatzkrane aus dem Hause Weitz fanden in der Schweiz schnell viele Abnehmer. Ende der siebziger Jahre wurde die Richier Gruppe in das neu gegründete Kranunternehmen BPR, ein Zusammenschluss der französischen Kranhersteller Boilot, Pingon und Richier, eingegliedert. Dadurch kamen die Boilot Schnellmontagekrane ins Programm. Auch die italienischen Schnellmontagekrane von Ferro und Kleinkrane von Cattaneo kamen dazu. 1986 konnte Stirnimann die Potain Vertretung übernehmen. Als die BPR von Potain übernommen wurde konzentrierte sich Stirnimann auf den Hersteller Potain und gab den Vertrieb der BPR Krane auf.


Peschke Kran mit 14 m Ausleger
(Vertretung in der Schweiz durch Franz Stirnimann AG)
 beim Brückenbau.
Foto Archiv A. Bruderer


Spezialkonstruktion eines  Kranes mit zwei Auslegern
 mit je einem Korb zum Personentransport an der Schweizer Landesausstellung "Landi" im Jahr  1939.


Stirnimann ST 26 in Basel (CH)
Bauunternehmer Milesi


Anzeige von 1951, Strinimann bewirbt den Liebherr TK 14,
eines der ersten Liebherr Modelle in der Schweiz.

Swiss-Crane, Bachmann AG, Beringen



Die Vorstellung es besser machen zu können als das, was man täglich erlebt. So taten sich im Juli 1962 Hermann Bachmann und Max Kögl zusammen und gründeten mit einigen Freunden die Bachmann AG Beringen. Im gleichen Jahr entstand die erste Werkstätte in Beringen und Anfang 1963 begann die Produktion im neuen Betrieb, zu dem bereits weitere ehemalige Mitarbeiter der Firma Hübscher + Co. Gestossen waren, aus der heraus das junge Unternehmen entstanden war.

Die Zeit war günstig, die Konjunktur zog an und der Bedarf an guten Zulieferfirmen im Schweisssektor war vorhanden. Es bleib aber nicht bei Zulieferaufträgen, bald wurden auch selber entwickelte Hallenkrane und vor allem Stahlhochbauten hergestellt und montiert. Der grosse Wurf gelang der Firma aber zusammen mit Ing. Gody Oettli durch die Entwicklung eines eigenen Baukranprogramms, das unter dem Namen +Swiss-Crane+ auf den Markt gebracht wurde und rasch grossen Anklang fand. Herr Oettli hatte sein Handwerk bei einem grossen Deutschen Kranhersteller gelernt.

Immer grösser wurde die Typenauswahl und der Erfolg war vielfach darauf zurückzuführen, dass Dank der überschaubaren Grösse der Unternehmung die veilfältigsten Kundenwünsche erfüllt werden konnten. So kam es dann soweit, dass in der Bauhochkonjunktur das Unternehmen fast ausschliesslich Krane herstellte, um die grosse Nachfrage zu befriedigen. Damit aber segelte die Bachmann AG Beringen mit voller Takelung in die Baurezession 1975 hinein und es bedurfte grosser Anstrengungen, um das Schiff über Wasser zu halten. Es gelang mit neuen Produkten und Märkten damit, dass der mittlere Osten, vor allem Iran und die Emirate, aber auch die Türkei und vor allem Syrien als neuer Markt vor Ort erschlossen wurde, bei gleichzeitiger Drosselung der Kranproduktion und Umstieg wieder in Zulieferaufträge aber auch andere eigene Produkte, wie z.B. Vakuum Tumbler aus rostfreiem Stahl. Soweit der Auszug aus der Jubiläumsbroschüre der Bachmann AG zum 25 jährigen Bestehen 1987.

Zur Lancierung der eigenen Kranproduktion wurde eine eingehende Marktbefragung und Marktforschung im Jahre 1964 durchgeführt. Natürlich musste die technische Machbarkeit auch überprüft werden. Das Ergebnis war sehr positiv und ermutigte die Bachmann AG schon 1965 mit der Produktion von Turmdrehkranen zu beginnen. Als erster Schnellmontagekran entstand im gleichen Jahr für die Elementbaufirma BELAG  aus Rümlang der Typ FHK 75, welcher genau auf die Bedürfnisse dieses Kunden zugeschnitten war. Dieser Kran hatte eine maximale Tragkraft von 6000 kg und bei 20 m Ausladung konnten noch beachtliche 3500 kg gehoben werden. Die Baureihe der Schnellmontagekrane wurde bis Ende der sechziger Jahre erweitert. Der grösste Typ war der EBK 750 welcher bei 25 m noch 3000 kg heben konnte und mit dem Teleskopturm eine Hakenhöhe von 32 m erreichen konnte. Zum Transport wurde der Turm noch nach vorne umgeklappt und mittels Drehschemmel auf  der LKW Brücke befestigt. Am Kranunterwagen musste eine Hilfsperson (Wepfer genannt) mittels Handrad nachlenken, was nicht ganz einfach war. Die Baureihe der Schnellmontagekrane umfasste die Typen TKF 150, TKF 200, TKF 250, TKF 300, TKF 312. Der Typ TKF 200 wurde sogar von der ungarischen Firma EPGEP in  Lizenz gebaut. Der mit portalähnlichen Füssen ausgerüstete Unterwagen erlaubte das direkte Absetzen des Unterwagens auf den LKW. Bis auf den kleinen TKF 150 waren alle Swiss-Crane Schnellmontagekrane mit Teleskopturm ausgerüstet.

Der erste Obendreher mit Laufkatzausleger von Swiss-Crane war der Form 45. Der Kran erinnerte in  seinem Äusseren an die Liebherr C Krane. Vom F 45 wurden nur wenige Exemplare hergestellt, die Zeit war reif  für die neue Reihe namens TKF.

Ab 1966/ 67 entstanden die Typen TKF 400, TKF 600 und bald auch der TKF 1200, welcher als Novum bereits mit 56 m Ausladung ausgerüstet werden konnte, was in dieser Krangösse nicht üblich war. Die überarbeitete Baureihe umfasste die bildschönen und eleganten Modelle TKF 401, TKF 402, TKF 601, TKF 750, TKF 751, TKF 800, TKF 801, TKF 1000, TKF 1200 und TKF 1600 mit 160 mt Leistung. In Planung war sogar ein TKF 2500 mit 250 mt Leistung und maximaler Tragkraft von 20 t.  Wo immer möglich wurden normierte Gleichteile verwendet, um mit relativ kleiner Investition des Bauunternehmers eine grosse Vielfalt zu erreichen. Die kleineren TKF’s vom 601 bis zum TKF 801und die grösseren Modelle bis zum TKF 1600 haben jeweils das gleiche Turmsystem. Auch bei den Ballasten, Hubwerken und Auslegern wurde wo immer möglich mit Gleichteilen gearbeitet. Die nur gut 1.25 m breiten Ausleger konnten bereits damals zum Transport auf dem LKW doppelt geführt werden, d.h. zwei Auslegerteile haben auf dem Lastwagen nebeneinander Platz.

Um Auslegergewicht einzusparen und trotzdem möglichst hohe Tragkräfte zu erreichen, werden die TKF Ausleger doppelt abgespannt, jeweils auf die Untergurte, um den Obergurt leichter ausführen zu können. Das Turmsystem ist für die Schnellmontage mit einer Schlagbolzenverbindung versehen worden. Neu war auch der im Turmdrehkranbau erstmals eingesetzte Oberflächenschutz mit Feuerverzinkung, welche das Gerät ca. 25 Jahre vor Rosteinfluss schützt. Auch andere Kranhersteller wurden ermuntert, die Feuerverzinkung für Ihre Geräte anzuwenden, wie z.B. Condecta. Die Laufkatzen konnten in leichter Ausführung für zweisträngigen Betrieb mit 4000 kg oder 8000 kg Tragkraft ausgerüstet werden. Wahlweise standen Katzen für Vierstrangbetrieb mit 8000 kg, beziehungsweise 16000 kg zur Verfügung. Die normierten Hubwerke konnten mit Leistungen von 25 PS, 32 PS, 35 PS oder 60 PS geliefert werden. Die beiden grossen Hubwerke verfügen über einen Schleifringläufermotor mit drei elektromagnetisch schaltbaren Getriebegängen sowie über einen Hilfsmotor zum Feinsenken mit 4 oder 9 PS Leistung.

Auch Spezialkrane werden von der Bauchmann AG nach Kundenspezifikationen gebaut und sind auf vielen Lagerplätzen anzutreffen.
Für den Export wurden Mitte der siebziger Jahre die Modelle TKF 375 und TKF 404 konstruiert. Diese Krane haben sehr leichte Einzelgewichte und können über Aussenkletterwerke aufgestockt werden, im Gegensatz zu den anderen TKF Modellen, welche nur mittels Kletterturm und Mantelturmstücken erhöht werden können. Der TKF 375 erfreut sich dank seinen leichten Montagegewichten vor allem für Helikoptermontagen grosser Beliebtheit. 

1984 wurde die TKF Reihe überarbeitet, es entstanden die Typen TKF 805, TKF 1205 und TKF 1605. Das Turmsystem wurde überarbeitetet, bleibt aber weiterhin kompatibel mit den alten Elementen. Auch die Antriebe wurden modernisiert. Die nur von geübten Kranführern einwandfrei zu fahrenden untersynchronen Hubwerke, wurden abgelöst durch modere  bedienungsfreundlichere Systeme. Bald wurden Statovar und Alitvar Steuerungen eingesetzt und bisherige umgebaut, um ein stufenloses Fahren zu ermöglichen.

Mitte der neunziger Jahre wurde beschlossen eine komplett neue Typenreihe zu entwickeln. Die Markteinführung war auf das Millenniumsjahr  geplant, weshalb die Baureihe die Bezeichnung ML erhalten hat. Diese Baureihe reicht vom 4523/5 mit 45 m Ausladung bis zum 6019/5 mit 60 m Ausladung und einer Tragkraft hierbei von 1900 kg. Diese Baureihe ist vom Bodenkreuz bis zu der kompakten Turmspitze komplett neu konstruiert und versucht wiederum mit möglichst vielen Gleichteilen auszukommen. Das Turmsystem ist weiterhin verbolzt. Die Turmspitze ist mit 5.6 m sehr kompakt und die Krane der Baureihe ML lassen sich beinahe wie spitzlose Krane einsetzen. Auch die ML Krane werden im Vollbad feuerverzinkt, was diesen schönen Kranen den typischen silbrigen Glanz verleiht. Das Hubwerk und der Laufkatzantrieb werden über FU geregelte Antriebe gesteuert. Die Steuerung erhält ihre Befehle durch eine durch die Bachmann AG selber entwickelte Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS). Dadurch kann die Anzahl der Hilfsschützen und Relais drastisch reduziert werden. Die Drehwerke arbeiten heute mit Wirbelstrombremsen.

Swiss-Crane Baureihe TL
Im Januar 2009 wurde der Prototyp der neuen spitzlosen Baureihe von Swiss-Crane, genannt TL, fertig gestellt und im Werk Beringen (Kanton Schaffhausen) für ausführliche Tests aufgebaut.
Die Baureihe TL umfasst den TL 4518/5, den TL 5018/5 und den TL 5518/5. Ein grösseres Modell ist in Planung.
Die Typenbezeichnung gibt die Ausladung mit der entsprechenden Tragkraft und der Maximaltragkraft wieder. Die Ausladung kann jeweils noch um 5 m verlängert werden, wobei sich die Spitzentraglast auf 1300 kg reduziert.
Die von der ML Baureihe bekannten und bewährten Antriebe und Steuerungen kommen auch bei der TL Reihe zum Einsatz. Die Steuerung ist in der Ausführung als speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) konzipiert und verfügt über eine Fernwartung. Das Hub- und Katzfahrwerk wird über Frequenzumrichter (FU) angesteuert. Das Drehwerk arbeitet mit Wirbelstrombremse (WSB). Die Krane werden, wie von Swiss-Crane gewohnt, komplett feuerverzinkt, was den schönen silbernen Glanz ergibt und den Kran Jahrzehnte lang vor Rosteinfluss schützt.



Swss-Crane Hersteller Bachmann AG


Werksgelände in Beringen 1970.
Im Vordergrund steht ein TKF 1200 mit Portal, im Hintergrund ein Form 45.
Foto Bachmann AG



Ein Ausschnitt des grosszügigen Firmengeländes in Beringen (CH, Kanton Schaffhausen)
des Swiss-Crane Herstellers Bachmann AG.
Links davon lagern die demontierten Krane des Mietparks.
Rechts ist ein Teil einer der Fabrikationshallen zu erkennen.
Foto P. Meyer


Der firmeneigene Hofkran TKF 1200 auf einem Portal. Foto A. Bruderer.


Swiss-Crane an der Baumaschinenmesse 1967 in Basel (CH).
Ausgestellt war ein EBK 750 (Bild links in der Mitte), max. Tragkraft 5000 kg und min 3000 kg bei 25 m Ausladung.



Schnellmontagekrane


FHK 75 Firma Belag, Rümlang, 1965.
Tragkraft max. 6'000 kg! und 3'500 kg bei 20,0 m Ausladung! Foto Bachmann AG.



EBK 750, Baujahr 1967, für die Firma Scheifele hergestellt. Foto Bachmann AG
 

EBK 750, Transport mit Wepfer, welcher die manuelle Nachlenkung betätigte. Foto Bachmann AG


TKF 150 in Mühleberg (CH), Bauunternehmer Jenni, Mühleberg. Foto A. Bruderer


TKF 200 als Lizenzbau der ungarischen Firma ÉPGÉP auf einer Messe
in Ungarn in den siebziger Jahren.
Foto Archiv Zsolt Czimbuli



TKF 250 in Muri BE (CH) im Schatten. Foto A. Bruderer


TKF 250 in Belp (CH). Foto A. Bruderer


TKF 250 Detail Krankopf. Foto A. Bruderer.


TKF 300, 24 m Ausladung, 1'250 kg Tragkraft. Foto Bachmann AG.


Die F Serie - der erste Swiss-Crane Obendreherkran


F 45, um ca. 1965. Foto Bachmann AG


Erste TKF Generation gbaut von 1967 bis 1969


TKF 400 in der ersten Form in Ostermundigen. Bauunternehmer Rawyler + Kohler, Foto A. Bruderer


Einer der ersten serienmässig hergestellten Krane der TKF Reihe: Der TKF 400, Baujahr 1969.


TKF 600 in der Ursprungsausführung mit einer Auslegerlänge von 34 m in Ostermundigen. Bauunternehmer Kohler Bau. Foto A. Bruderer


TKF 600 auf dem Zollikerberg. Bauunternehmer Wepfer. Foto P. Meyer



Die überarbeitete TKF Reihe ab 1967

Es folgte die höchst erfolgreiche Baureihe TKF 375, TKF 401/2/4/5, TKF 601/2/3, TKF 750/1, TKF 800, TKF 801/2/5,
TKF 1000, TKF 1200/5, TKF 1200 S, TKF 1600/5 und TKF 1601.
Die Typenbezeichnung gibt zugleich die mt (mt = Meter x Tonnen = Biegemoment)
Als Beispiel dient ein TKF 402 : Hubkraft 1 Tonne bei 40 m Ausladung.
Berechnung: 10 kN x 40 m = 400 kNm (1 Tonne = 10 Kilo-Newtons)
 

Die erste grosse Rezession Mitte der Siebzigerjahre wurde vor allem mit dem Export in neue Märte
 wie Iran, Emirate, Türkei und Syrien überbrückt.
Für diese Einsätze wurden die Typen TKF 375 und TKF 404 konstruiert.
Diese Krane haben ein Aussenkletterwerk und Monotowerelemente und sind in sehr leichte Teile zerlegbar.
Später fanden diese Krane auch in der Schweiz Abnehmer.
Dank der leichten Bauart sind diese Krane auch sehr gut für Helikoptermontagen geeignet.
Foto oben : TKF 375 Baujahr 1987, Bauunternehmer Lerch. Foto P. Meyer


TKF 402, Baujahr 1973 des Bauunternehmers Aeberhard, Münsingen. Baustelle in Münsingen.
Zu beachten ist die Unterseite des Gegenauslegers. Sie zeigt eine Gitterkonstruktion unter den H-Profilen
Foto: A. Bruderer



TKF 404 des Bauunternehmers von Rotz
Zu beachten ist, dass die Unterseite der Kranführerkabine auf der Auslegerhöhe ist.
Foto: P. Meyer


TKF 405 des Bauunternehmers Büchi, Bern, Baustelle in Schönbühl. Foto A. Bruderer


TKF 601 Baujahr 1968 mit Turminnenkabine. Foto P. Meyer


TKF 601 Baujahr 1971 mit Aussenkabine.
Seit 1970 baut Swiss-Crane nur noch Aussenkabeinen.
Seit Ende 1971 wird das Führerhaus aus Aluminium gefertigt.
Foto P. Meyer

 
TKF 750 mit Turminnenkabine, Montage beim Rheinfall in Schaffhausen
Foto Bachmann AG


TKF 750 Baujahr 1968. Bauunternehmer Hauser Kloten. Foto P. Meyer



TKF 751 Baujahr 1970 mit der ersten niederen Aussenkabine.
Unternehmer Fanti Uster. Foto P. Meyer



TKF 800 des Bauunternehmer BAU AG, Zürich, Baustelle ETH Zürich 1975. Foto P. Meyer


TKF 801 fahrbar mit 44 m Hakenhöhe des Bauunternehmers Bretscher, Wallisellen, Baustelle Milchbucktunnel in Zürich 1978. Foto P. Meyer


TKF 801 des Bauunternehmers Seiler, Oberengstringen, Baustelle in Oberengstringen 1976.
Dieser 80 mt Kran konnte bereits 1974 auf 50 m Ausladung verlängert werden! Tragkraft bei 50 m: 1'250 kg
Foto P. Meyer


TKF 805 des Bauunternehmers Bretscher. Ansicht von oben. Foto P. Meyer
 


TKF 1000 fahrbar des Bauunternehmers Ramseier, Bern.
Baustelle in Bern Betlehem, Tagbautunnel Autobahn (Hintergrund: Tscharnergut Siedlung).
Foto : A. Bruderer



TKF 1000 Detailansicht Krankopf des Bauunternehmers Ramseier, Bern. Foto A. Bruderer


TKF 1000 des Bauunternehmers AG Baugeschäft, Wülflingen, Baustelle Heizkraftwerk Aubrugg, 1976. Foto P. Meyer


TKF 1200 S mit 56 m Ausladung.
Bereits 1968 konnten 56 m Ausladung und 1'750 kg Tragkraft bei 56 m realisiert werden!
Baustelle in Fällanden Zürich, Bauunternehmer Polentarutti, Juli 1977. Foto P. Meyer



TKF 1200 des Bauunternehmers Nussbaumer, Wallisellen, auf der Baustelle Migros Limmatplatz in Zürich 1978.
Der Kran wurde zuerst mit ca. 68 m Hakenhöhe auf einem Betonfundament montiert.
Später kletterte der Kran auf eine Hakenhöhe von über 100 m.

Das leistungsstarke 60 + 8 PS Hubwerk mit Untersynchronbetrieb, war für diesen Einsatz bestens geeignet.
Foto P. Meyer


TKF 1205 Detail Drehbereich, Baujahr 1994.
Bei der 5-er Reihe kamen vermehrt Hohlprofile zur Anwendung.
Die Drehwerksantriebe wurden mit Planetengetrieben ausgerüstet.
Foto P. Meyer



TKF 1605 Baujahr 1988, Bauunternehmer Nussbaumer AG Wallisellen.
Bei der überarbeiteten 5-er Serie wurde das Turmsystem überarbeitet und die Ausfachung vereinfacht.
Ein Klettern ist mit diesem Turmsystem nicht mehr möglich. Foto P. Meyer


TKF 1600 mit auf 40 m verkürztem Ausleger zum Vorbeischwenken an einem höheren Kran.
Baustelle Holenacker Bern.Foto : A. Bruderer



Nebeneinanderstellung von TKF 805, TKF 1000 und TKF 601, Bauunternehmer Bretscher, Wallisellen.
 Baustelle Neuenhof AG, 1989. Foto P. Meyer



Lagerplatzkrane



TKF 402 in einer Sägerei in Flamatt (CH)
Diese Spezialkonstruktion erspart dem Kranführer das Hinaufklettern in die normale Kranführerkabine.
Auf dem Portalfahrwerk ist eine Art Leiter an den Turm angelehnt. Von dort kann der Kranführer seitlich in die Spezialfreiluftkabine gelangen.
Bei diesem Kran wurde der Hubmotor und die Hubwinde im Turm über dem Drehkranz angebracht.
Foto: A. Bruderer


Swiss-Crane Lagerplatzkran in einer Sägerei.
Bereits ende der siebziger Jahre war der Kran in spitzenloser Bauweise ausgeführt.
Dadurch wurde das schöne engadiner Landschaftsbld weniger gestört.
Ausladung 20 m, Tragkraft 4000 - 2000 kg, Hakenhöhe 5.5 m.
Foto Pascal Möckli.

Die Baureie ML ab 2000


ML 5023/5 des Bauunternehmers Bretscher Wallisellen, Foto P. Meyer.


ML 5023/5 mit der neuen Vision Kabine. Foto P. Meyer.


Blick von der Auslegerspitze eines ML 6019/5.
Die Verjüngung zur Auslegerspitze hin ist gut zu erkennen.
Foto Rolf Müller.



Die Baureihe TL


Neues, zweiteiliges Fundamentkreuz, welches nur mit 2 Bolzen verbunden ist
und dadurch schnell montiert ist. (Foto Rolf Müller)


 Gut geschützte Steckeranschlüsse auf dem Gegenausleger. (Foto Rolf Müller)


Montage der Drehbühne mittels Bolzenverbindung (Foto Rolf Müller)
 

Montage der Vision Cab.
An nur einem Anschlagpunkt wird die Kabine am Montagekran angeschlagen.
 Der Schaltschrank für alle Kranantreibe ist auf dem Kabinenpodest aufgebaut.
 Der Kran kann so nach der Montage der Kabine elektrisch drehen.
(Foto Rolf Müller)



Montage des Gegenauslegers, welcher für die Montage der Zugstangen
nur wenig überhöht werden muss. (Foto Rolf Müller)



Dieser TL 5518/5 mit 60 m Ausladung ist fertig aufgebaut,
die umfangreichen Tests können beginnen.
(Foto bei Regen von Gregor Blickenstorfer)

 

Dieser TL 5018/5 mit verkürztem Ausleger darf bei seinem Ersteinsatz gleich Höhenluft schnuppern,
die erste Baustelle befindet sich in Davos (CH). (Foto Mike Bachmann)


TL 5018/5 Detailansicht Mast, Drehkranz,Kabine,"kurzer Spitz", Katzantrieb, Katze und Hakenflasche.
(Foto Mike Bachmann)



Wullschleger A., Olten
Baumaschinen, Transportanlagen, Ingenieurbüro.
Herr Ing. A. Wullschleger konstruierte Anfang- Mitte der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts Turmdrehkrane mit 850 – 5500 kg Tragkraft, Ausladung von 16 – 30 m und Hakenhöhen bis 50 m. Der Krantyp W 20 mit Rohrmast, wohl in Anlehnung an den Liebherr Form 6 (oder wer war wohl zuerst?), hatte 20 m Ausladung und hob hierbei noch 1500 kg. Der modern anmutende Kran verfügte über eine Lastseilkompensation für einen horizontalen Lastweg während des Auslegerverstellens. Die Steuerkabine war bereits damals motorisch aufzuziehen und die Fernsteuerung erfolgte elektrisch. Im Weiteren war der Ausleger für Hochhauseinsätze abknickbar. Das Hubgetriebe war mit einem automatischen Übersetzungswechsel mit Planetengetriebe ausgerüstet. Die Kranmontage erfolgte mit kraneigenen Mitteln. Der Transport konnte unzerlegt mit einer Transportachse erfolgen. Bei Platzproblemen konnte der Kran alternativ auch stückweise mit einer Vertikal-Montageeinrichtung zusammengebaut werden. Fabriziert wurden die Krane nach Plänen von Ing. Wullschleger jedoch in Belgien. In Deutschland wurden diese vermutlich baugleichen Geräte von der Firma C.H. Jucho aus Dortmund, angeboten. Ob die Krane dort in Lizenz fabriziert wurden oder nur der Vertrieb erfolgte, entzieht sich unseres Wissens. Diese Krane waren auch in Belgien und in Nordeuropa anzutreffen.


Wullschlegerkran W 20 mit Rohrmast


Wullschlegerkran W 20 mit Rohrmast


Wullschlegerkran in Fachwerkbauweise